Ab dem 25. Juni wird Wien von einer Hitzewelle erfasst. Die Landessanitätsdirektion informiert über richtiges Verhalten bei hohen Temperaturen und verweist auf Broschüren, Leitfäden und Hitzetipps. Das ist sinnvoll – aber es reicht nicht. Während Beschäftigten geraten wird, ausreichend zu trinken, leichte Kleidung zu tragen und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, sitzen viele Kolleg*innen in Büros und Amtsgebäuden, die sich Tag für Tag aufheizen. In manchen Dienststellen sind Temperaturen deutlich über 30 Grad längst Realität. Nachts kühlen die Gebäude kaum noch aus, die Belastung steigt von Tag zu Tag.
👉 Wer konzentriert arbeiten, schwierige Gespräche führen und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen soll, braucht vernünftige Arbeitsbedingungen.
Hitze ist kein individuelles Problem, das mit einer Wasserflasche gelöst werden kann. Hitze ist eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
🔥 Die Klimakrise kommt am Arbeitsplatz an
Hitzewellen sind längst keine Ausnahme mehr. Sie werden häufiger, länger und intensiver. Trotzdem arbeiten viele Kolleg*innen noch immer in Gebäuden, die für diese Bedingungen nicht ausgelegt sind.
Die Verantwortung darf nicht auf die Beschäftigten abgeschoben werden. Wer Leistung, Konzentration und Gesundheit erwartet, muss auch die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.
✊ Unsere Forderungen
Als UG*younion fordern wir endlich wirksame Maßnahmen gegen die zunehmende Hitzebelastung:
✅ Eine stadtweite Evaluierung aller Dienstgebäude hinsichtlich ihrer Hitzebelastung und ihres Kühlungsbedarfs
✅ Klimatisierung bzw. wirksame Kühlung in besonders belasteten Büros und Amtsgebäuden
✅ Eine Priorisierung jener Gebäude und Berufsgruppen, die besonders stark von Hitze betroffen sind
✅ Außenbeschattung statt bloßer Verdunkelung im Innenraum
✅ Flexible Arbeitszeiten und erweiterte Möglichkeiten für mobiles Arbeiten an Hitzetagen
✅ Regelmäßige Temperaturmessungen in den Arbeitsräumen
✅ Verbindliche Hitzeschutzpläne für alle Dienststellen
✅ Anpassung von Arbeitsabläufen, wenn Temperaturen gesundheitsgefährdende Werte erreichen
✅ Ein transparentes Maßnahmenprogramm mit klaren Zeitplänen statt Einzelmaßnahmen auf Zuruf oder erst nach Beschwerden von Beschäftigten
💬 Gesundheitsschutz braucht System statt Zufall
Der Umgang mit Hitze darf nicht davon abhängen, ob einzelne Kolleg*innen laut genug auf Missstände aufmerksam machen oder ob eine Führungskraft das Problem erkennt. Notwendig sind nachvollziehbare Kriterien, eine systematische Bewertung der Belastung und verbindliche Maßnahmen für alle betroffenen Dienststellen.
Wer die Klimakrise ernst nimmt, muss auch die Auswirkungen auf die Beschäftigten ernst nehmen. Es kann nicht sein, dass im Jahr 2026 noch immer darüber diskutiert wird, ob Temperaturen von über 30 Grad in Büros ein Problem darstellen. Die Frage ist nicht mehr, ob gehandelt werden muss, sondern wie schnell.
Broschüren und Verhaltenstipps sind wichtig. Aber wenn Kolleg*innen bei über 30 Grad im Büro sitzen, braucht es mehr als gut gemeinte Ratschläge. Es braucht Investitionen, klare Regeln und den politischen Willen, Arbeitsplätze an die Realität der Klimakrise anzupassen.
Gesundheitsschutz ist keine freiwillige Zusatzleistung. Er ist eine Verpflichtung gegenüber den Beschäftigten.
🌡️ Die aktuelle Hitzewelle zeigt einmal mehr: Hitzeschutz darf nicht vom Zufall abhängen. Die Stadt Wien braucht einen verbindlichen Plan statt Maßnahmen auf Zuruf. Es ist Zeit, endlich zu handeln. ✊
